Altgold wird häufig verkauft, wenn es schnell Bargeld braucht oder wenn es viele ungenutzte Gegenstände gibt. Schmuck, Münzen oder Zahngold enthalten in der Regel Edelmetalle, deren Preis sich am Marktpreis des jeweiligen Metalls orientiert. Dennoch liegt die tatsächliche Auszahlung oft unter den Erwartungen. Der Grund? Es klaffen Rohstoffwert, Reinheit und Ankaufskonditionen zwischen den Preisen auseinander.
Wie setzt sich der Goldpreis zusammen?
Goldpreise werden weltweit gehandelt. Maßgeblich ist der sogenannte Spotpreis, der an Börsen wie London oder New York festgestellt wird. Dieser Preis bezieht sich auf reines Gold mit einem Feingehalt von 999,9 Tausendteilen. Für Verbraucher ist entscheidend, dass Schmuck oder Altgold so gut wie nie reines Gold sind. Legierungen von 333, 585 oder 750 sind üblich. Diese Zahlen geben den Anteil an Feingold an. Ein Ring mit 585er-Prägung hat also 58,5 Prozent Goldanteile.
Der tatsächlich zugrunde liegende Materialwert setzt sich aus drei Größen zusammen: dem aktuellen Goldpreis pro Gramm, dem Feingehalt der Legierung und dem Gewicht des Objekts. Ein Beispiel macht das deutlich: Liegt der Marktpreis für Feingold bei 60 Euro pro Gramm, so ergibt sich bei einem 585er Schmuckstück ein rechnerischer Wert von 35,10 Euro pro Gramm und damit der Ankaufpreis.
Bewertung und Prüfung beim Ankauf
Altgold wird beim Goldankauf in München oder anderen Städten überprüft. Seriöse Anbieter verwenden hierfür standardisierte Verfahren wie Sichtprüfung, Magnettest und Säuretest zur legierungsbestimmenden Prüfung. In Fachbetrieben kommen darüber hinaus Röntgenfluoreszenzgeräte zum Einsatz, um den Feingehalt genau zu bestimmen. Nach der Prüfung wird gewogen. Wichtig hierbei ist das Nettogewicht ohne Steine und andere nicht verwertbare Bestandteile. Dann wird der Materialwert berechnet. In der Regel orientieren sich regionale Anbieter an aktuellen Tagespreisen, ziehen jedoch noch einen gewissen Abschlag hiervon ab, mit dem sie ihre Kosten für Verarbeitung,Transport und Handel decken.

Unterschiedliche Anbieter, unterschiedliche Auszahlungen
Die Höhe der Auszahlung kann hier jedoch stark variieren, Unterschiede ergeben sich u.a. durch:
- die Ankaufsspanne zwischen Marktpreis und Auszahlung
- die Nachvollziehbarkeit / Transparenz der Bewertung
- eingesetzte Prüfmethoden
- zusätzliche Gebühren oder versteckte Kosten
So finden sich Anbieter, die mit besonders hohen Ankaufspreisen werben, diese jedoch durch wie auch immer geartete Abzüge relativieren, während andere Anbieter mit klar definierten Prozentsätzen vom aktuellen Goldpreis arbeiten.
Hier gilt es für den Verbraucher, die verschiedenen Angebote zu vergleichen und auf nachvollziehbare Berechnung der Preise zu achten. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Dokumentation, der seriöse Ankäufer legen offen, wie sich der Preis zusammensetzt und welche Grundlagen diesem Preis zugrunde liegen.
Typische Fehler beim Goldverkauf
Verkäufer unterschätzen oft den Einfluss des Feingehalts. Hinter hohen Goldanteilen verbergen sich gelegentlich schön gestaltete Schmuckstücke, die sich jedoch als Staub und wenige Goldkügelchen entpuppen. Zahngold oder Bruchgold wird von Verkäufern hingegen geringgeschätzt, obwohl ein erheblicher Edelmetallanteil zu erwarten ist.
Ein anderer typischer Fehler ist der voreilige Verkauf nach dem Prinzip „Hauptsache, weg damit!“ Vergleichsmöglichkeiten sind hier unendlich. Bei größeren Mengen macht eine Differenz um zwei Euro pro Gramm oft einen erheblichen Gesamtunterschied aus. Hier wirken auch emotionale Faktoren. Erbstücke oder Schmuckstücke mit persönlichem Bezug können allzu rasch unter Wert abgegeben werden. Hier sollte man sich vorher die Frage stellen, ob man wirklich verkaufen möchte oder muss.























